Spiritualität - was verstehen wir darunter?

​Wir, die Kerngruppe vom netzwerkeins, lieben Fragen zur Spiritualität, leben sie, suchen die Auseinandersetzung damit. Was genau verstehen wir darunter? Was meinen wir, wenn wir von Spiritualität sprechen? Wir können dazu nichts Abschliessendes sagen, können es nicht und wollen es nicht, wir haben keine Definitionen und fertigen Konzepte.

 

Du findest hier Anstösse, als erstes eine persönliche Beschreibung von jedem der sechs Mitglieder der Kerngruppe des netzwerkeins, was sie oder er unter Spiritualität versteht.

Ein zweiter Hinweis, wo du unsere Zugänge zur Spiritualität findest: Im Blog auf unserer Website. Dort finden sich alle Impulse, die wir seit Jahren Tag für Tag in die Welt hinaussenden. In einem Satz, einem Zitat, einer Geschichte versuchen wir etwas von dem zur Sprache zu bringen, was uns zuinnerst bewegt. So er-inne-rn wir uns jeden Morgen gegenseitig daran, was in uns und durch uns lebt Sehr spannende Ansätze finden wir für uns im integralen Ansatz von Ken Wilber, in philosophischen Ansätzen wie z.B. von André Conte-Sponville, Thomas Metzinger, in wissenschaftlichen Ansätzen.

Auf unserer Website findest Du Literaturempfehlungen, Bücher, die uns inspirieren (link……..)

Verlinkt findest Du eine Zusammenstellung von Gedanken, Zitaten zum Thema - auch kein fertiges Konzept, kein fertiger Artikel, sondern Futter für den wachen und kritischen Geist.

Wir stellen sie hier zur Diskussion und als Anregung zur Verfügung, es sind keine abschliessenden Definitionen.

Bitte schreibe uns deine Sicht von Spiritualität, was du darunter lebst und verstehst. Wir werden mit den Beiträgen aus dem NetzwerkEINS unsere Anregungen hier zu Spiritualität erweitern.

 

Spiritualität ist für mich…

 

…ein fortschreitendes Bewusstwerden über die Allverbundenheit. Ein Fallen in die radikale zärtliche Offenheit der Präsenz. Ein immer weiter werdender Raum für das Ja zu mir selbst, zu meiner Mitwelt und zum Geheimnis des Lebens -  mit all den daraus folgenden Konsequenzen für mein Fühlen, Denken und Handel.“ (Madeleine Vonlanthen)

 

…der Weg zu einer unbedingten Offenheit im Wahrnehmen des eigenen Seins. Es ist die Gestaltung der Dimension, die das Sein einschliesst und übersteigt. Es ist das Prägen des Zusammenspiels zwischen dieser Dimension und dem alltäglichen Erleben. Es ist ein Loslassen, ein Fallen in das Formlose, um Gestalt zu gewinnen.“ (Michel Broggi)

 

…der Ausdruck von Transzendenz, also dem Gewahrsein, Teil eines «grösseren Ganzen» zu sein. Sie ist die Suche nach Ursprung und Essenz. Diese Annäherung an das «Sein» geschieht auch auf «nicht-kalkulierende» Art und Weise.“ (Dunja Al Jabaji)

 

…innezuhalten: wirklich zu spüren, was ich spüre, mir der verschiedenen Ebenen bewusst zu werden, die ich ausser dem Denken auch noch bin: das Fühlen, die Bewegung, der Körper, die innere Lebendigkeit, die Stille.

Spiritualität erlebe ich darin, mich dem schöpferischen Fluss des Lebens anzuvertrauen, immer aufs Neue.

Spiritualität ist lieben. Es ist das Universale und Zeitlose, das Unverfügbare in uns, in jedem Wesen, die oder der oder das EINE.“ (Martin Rafael Steiner)

 

…das unermesslich wertvolle Potenzial für lebensverändernde Einheits-Erfahrungen - und für damit verknüpfte Erkenntnissuche zu Lebensfragen nach dem Woher, Warum, Wohin und, vor allem, dem Wie denn?“ (Peter Neuhaus)

 

„Wenn Erschütterung, die ein Mensch erlebt, das Genom seiner Enkel durcheinanderbringen kann, nach welchen Regeln geht das vor sich? Gene verfügen über Inhalte, die der Organismus je nach Verfassung anders interpretiert. So wie auch ich je nach Verfassung mich und meine Umgebung anders interpretiere.

Individuen sind nur vermeintlich voneinander getrennt. Vielmehr stehen alle Wesen im Austausch miteinander.

Der Mensch steuert sein Spiegelbild und sein Spiegelbild steuert ihn. Erst durch den Unterscheid im anderen, kann ich mich wahrnehmen, kann ich empfangen, freilassen und geben. Alles ist lebendig. Und letztlich immer nur miteinander und durcheinander in der Sehnsucht zu blühen, in dem mein Gegenüber blühen darf.

Sich selbst diese Blüte zu erlauben und sie dem anderen zu ermöglichen als radikale Gegenseitigkeit; Sein bedeutet teilen. Oder wie es T.W. Adorno beschreibt: "Liebe ist die Fähigkeit, ähnliches am Unähnlichen wahrzunehmen".

Schönheit finden, in dem die Welt zu meinem Atem wird. Wirklich werden und sterben lernen in einem Schritt. Sind dies ökologische Grundgesetze?“ (Barbara Lerch)

 

© netzwerkeins 2020